Reporting Design in Theorie und Praxis

 

Einigkeit herrscht in der Theorie über die übergeordneten drei Grundsätze für wahrnehmungsoptimiertes Reporting Design. Zum einen sollten die eingesetzten Darstellungsformen einfach sein, um die Konzentration des Berichtslesers auf das Wesentliche zu fokussieren. Zum anderen ist Klarheit sehr bedeutend. Darunter versteht man die Verwendung von präzisen, eindeutigen Bezeichnungen, Abkürzungen und Strukturen sowie klaren Aussagen, Kommentaren und einer klaren Sprache. Weiters  werden kompakte Darstellungen, welche Unsicherheiten, Missverständnisse und Wahrnehmungsanomalien vermeiden unter den Begriff Klarheit zusammengefasst. Der dritte und damit letzte wichtige Punkt bei der Gestaltung von Berichten ist ein hohes Maß an Standardisierung.

Reporting in Theorie und Praxis

Reporting Design in Theorie und Praxis

Durch eine einheitliche, durchgängige, regelbasierte sowie dokumentierte Vorgehensweise (festgelegt in Handbuch oder Guideline) fördert man Lerneffekte und baut Vertrauen in das Reporting auf. Aktuell existieren jedoch kaum konkrete wissenschaftlich geprüfte, also empirisch abgesicherte Gestaltungsempfehlungen. Die wenige Literatur, die es zu diesem Thema gibt, divergiert in ihren Empfehlungen zum Teil stark.

 

Dementsprechend sind auch in der Praxis (unter anderem aufgrund unterschiedlicher oder wechselnder Präferenzen der Berichtsersteller und Berichtsleser) große Unterschiede in der Gestaltung festzustellen – sowohl zwischen aber auch innerhalb von Unternehmen. Vor allem in der internen Managementberichterstattung findet man häufig die verschiedensten Darstellungsformen in einem einzigen Bericht. So werden gleiche Inhalte z.B. sowohl mit Säulen als auch mit Balken dargestellt oder es werden Vergleichsperioden oder Vergleichswerte beliebig variiert. Ebenso unterscheiden sich Beschriftungen, Leserichtung und Farbkonzepte teilweise sehr stark. Diese Unterschiedlichkeit erhöht die Unzufriedenheit, aber auch die Unsicherheit der Berichtsersteller in der Gestaltung. Aus diesem Grund arbeiten sie häufig nach dem „Trial and Error“-Prinzip. Dies führt oft zu schlechten oder missverständlichen Grafiken, wodurch sich ein hohes Verbesserungspotential bei der Gestaltung von Berichten ergibt.

True and Fair View

Ein einheitliches und vor allem gut verständliches Reporting Design ist enorm wichtig, da sonst falsche Darstellungen Entscheidungsträger leicht zu Fehlinterpretationen verleiten können.


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Forschungsbereich Controlling

Das Forschungsteam der FH Oberösterreich mit Schwerpunkt Controlling prüft wissenschaftlich die Grundsätze für ein wahrnehmungsoptimiertes Reporting Design mittels Eye Tracking.


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