Visualisierungstypen im Vergleich

Liniendiagramm

Liniendiagramm

Das Liniendiagramm zählt zu den beliebtesten Diagrammtypen, da es eine einfache Möglichkeit bietet, eine Abfolge von Werten zu visualisieren. Es wird vor allem für die Darstellung von Trends und Entwicklungen im Zeitverlauf (sowohl positive als auch negative) angewandt und eignet sich besonders gut, wenn eine große Anzahl an Daten bzw. sehr lange Zeitreihen vorliegen.

 

Im Gegensatz zum Säulen- oder Balkendiagramm stehen somit nicht die Einzelwerte im Vordergrund, sondern der Trend bzw. die Entwicklung. Ein Nachteil von Liniendiagrammen ist, dass für Zeiträume ohne Werte (zwischen den einzelnen Datenpunkten) ein Verlauf angezeigt wird.


Säulendiagramm

Säulendiagramm

Säulendiagramm

Säulendiagramme sollten eingesetzt werden, um Entwicklungen bestimmter Werte (z.B. Umsatz) im Zeitverlauf (z.B. Monate eines Geschäftsjahres oder mehre Geschäftsjahre) zu visualisieren und damit Trends erkennbar zu machen. Dabei ist auf eine moderate Anzahl an zu visualisierenden Daten zu achten (z.B. 12 Monate), ansonsten sollten Liniendiagramme herangezogen werden.

 

Bei Säulendiagrammen stehen die konkreten Werte im Vordergrund, sie sind jedoch weniger dazu geeignet Strukturinformationen (z.B. Umsatz einzelner Regionen) darzustellen. Für diese Art von Informationen sind Balken- bzw. Tortendiagramme vorteilhafter.


Balkendiagramm

Balkendiagramm

In der Praxis wird das Balkendiagramm am Häufigsten eingesetzt um Strukturen zu visualisieren, sprich einen Gesamtwert auf unterschiedliche Kategorien wie beispielsweise Länder oder Segmente (Kunden, Produkte, Werke) aufzuteilen. Dabei steht das Balkendiagramm oft in direkter Konkurrenz zum Tortendiagramm. Tortendiagramme sind aus mehreren Gründen weniger geeignet, die Information effizient (schnell) und effektiv (richtig interpretierbar) darzustellen.

 

Balkendiagramme sind Tortendiagrammen vor allem dann vorzuziehen, wenn Vergleiche zwischen zwei Diagrammen angestellt werden sollen (z.B. Aufteilung der Segmente des aktuellen Jahres mit dem Vorjahr), aber auch wenn der Anteil sehr vieler Segmente dargestellt werden soll. 


Tortendiagramm

Tortendiagramm

Torten-, Ring- bzw. Kreisdiagramme kommen häufig zum Einsatz, wenn der Anteil einzelner Merkmale an einer Gesamtheit dargestellt werden soll (= Strukturvergleich). Voraussetzungen für einen optimalen Einsatz sind, dass die Summe der Anteile 100% ergeben muss, sowie dass keine negativen Werte enthalten sind. Zusätzlich ist auf eine geringe Anzahl an Segmenten zu achten (maximal sechs Segmente bzw. Tortenstücke).


Gestapelte Diagrammformen

gestapelte Diagrammformen

Gestapelte Säulendiagramme ergänzen die zeitliche Entwicklung um Strukturinformationen, wobei der Fokus auf der zeitlichen Entwicklung bleibt. Umgekehrt ergänzt ein gestapeltes Balkendiagramm die Daten oft um Zeitinformationen oder, wie in der Beispielgrafik auch um weitere Strukturinformationen. Wenn Säulendiagramme verwendet werden, bleibt der Fokus der Darstellung auf der zeitlichen Entwicklung, bei Balkendiagrammen bleibt der Fokus auf der strukturellen Zusammensetzung. Als weitestgehend ungeeignete Visualisierungsform sind gestapelte Liniendiagramme (oder auch als Flächendiagramme bezeichnet) anzusehen.


Sonderform: Inbar-Diagramm

Sonderform: Inbar-Diagramm

Inbar-Diagramme sind besonders dafür geeignet, einen Vergleich zwischen zwei Datenreihen anzuzeigen. In der Praxis wird diese Art von Diagramm vor allem für Plan-Ist Vergleiche verwendet. Das Diagramm zeigt eine Datenreihe (Ist-Wert) als Balken und stellt die positive bzw. negative Abweichung zum Vergleichswert (Plan-Wert) als kleine Säule bzw. kleinen Balken in rot (negative Abweichung) bzw. grün (positive Abweichung) innerhalb des Basiswertes dar. Die Inbar-Charts erlauben damit eine sehr komprimierte Darstellung von Ist- und Budgetwerten und ermöglichen sehr schnelle Rückschlüsse auf eine positive oder negative Ergebnisauswirkung. Das Verwenden der Farben Rot und Grün lenkt zudem die Aufmerksamkeit der Berichtsleser auf Abweichungen und unterstützt damit die Diagrammbotschaft. Mit Inbar-Charts können sowohl Diagramme mit horizontaler (Säulendiagramme) als auch mit vertikaler Achse (Balkendiagramme) abgebildet werden. Schwierigkeiten mit diesem Diagrammtyp ergeben sich, sobald eine Mischung aus Erlösen und Kosten präsentiert wird (dabei ändert sich entsprechend der Ergebniswirkung die Farbverwendung). Zusätzlich bedarf es im Vorfeld einer Anleitung, da die traditionelle Plan-Ist Darstellung verändert wird. 


Sonderform: Wasserfalldiagramm

Wasserfalldiagramm

Der Unterschied zwischen Wasserfalldiagramm und Säulen- bzw. Balkendiagramm liegt in der für das Wasserfalldiagramm charakteristischen unterschiedlichen Basis der einzelnen Elemente. Es entsteht dadurch der Eindruck eines Wasserfalls. Damit kann beispielsweise die Veränderung der Liquiden Mittel oder eine EBIT-Überleitung visualisiert werden. Es zeigt als Kernaussage, wie sich der Anfangsbestand durch unterschiedliche Einflussgrößen verändert und dadurch den Endbestand formt. Ein vertikales Wasserfalldiagramm hat unterschiedliche Strukturen im Fokus, während beim horizontalen Wasserfall die zeitliche Komponente im Vordergrund steht. 


Kombinierte Diagrammformen

Kombinierte  Diagrammformen

Ein kombinierter Diagrammtyp vereint zwei unterschiedliche Diagrammarten in einem Diagramm. Am häufigsten handelt es sich dabei um eine Kombination aus Linien und Säulen. Dies ermöglicht eine bewusste Unterscheidung zweier oder mehrerer verschiedener Datentypen (z.B. geplante oder aktuelle Werte). In dieser Darstellungsform ist das Abschneiden der Achse unzulässig, da als Folge Wahrnehmungsverzerrungen entstehen. Die Säulenhöhen würden die wahren Größenverhältnisse dann nicht mehr widerspiegeln.


Zusammenfassend kann also folgendes abgeleitet werden: Ein Zeitvergleich sollte immer mit einem Diagramm mit horizontaler Achse dargestellt werden. Ein Vergleich unterschiedlicher Produkte, Unternehmensteile oder anderer Strukturen sollte hingegen in einem Diagramm mit vertikaler Achse präsentiert werden. Damit hat man nicht nur die für das Leseverhalten optimale Aufbereitung gewählt, sondern zusätzlich ein Unterscheidungskriterium für unterschiedliche Datenarten in das Visualisierungskonzept mit aufgenommen.