Gestaltungsempfehlungen für Liniendiagramme

  • Datenbeschriftung

    Bei Liniendiagrammen eignet sich keine direkte Datenbeschriftung. In vielen Fällen werden sehr viele Datenpunkte in einem Liniendiagramm dargestellt, wodurch eine direkte Datenbeschriftung überlappend und überfrachtend ausfallen würde. Da der Trend und nicht der konkrete Wert im Vordergrund steht, ist die Beschriftung über die Achse zu empfehlen.

  • Abgeschnittene Achsen

    Als wichtiger Hinweis gilt hier bei Liniendiagrammen außerdem: indexierte Liniendiagramme sind der einzige Diagrammtyp bei welchem abgeschnittene Achsen verwendet werden dürfen. Dabei ist nämlich die Entwicklung vom Ausgangspunkt (=100%) im Vordergrund und entscheidend. Ein Abschneiden der Achse ermöglicht ein Fokussieren auf diesen Bereich ohne das Bild zu verzerren und ist daher zulässig.

  • Anzahl Datenreihen

    Im Diagramm sollten maximal acht Datenreihen verwendet werden. Ansonsten wird die Darstellung schwer lesbar und interpretierbar.

  • Datenreihen

    Im Diagramm sollten maximal acht Datenreihen verwendet werden. Ansonsten wird die Darstellung schwer les- und interpretierbar.

  • Verwendung von Sekundärachsen

    Auf die Verwendung von Sekundärachsen, wie sie in Geschäftsberichten häufiger vorkommt, ist zu verzichten. Die Fähigkeit zur Feststellung, welche Linie zu welcher Achse gehört, wird deutlich eingeschränkt und führt zu enormen Fehlerraten.

Beispiel Diagramm mit Sekundärachse

Hinweis zum Beispiel: Das Diagramm zeigt auf der linken Seite die Entwicklung der eigenen Unternehmensaktie in EUR und auf der rechten Seite den Index. Nur die Unternehmensaktie kann man in Bezug auf die Primärachse (also die EUR-Achse) lesen. Erkennbar ist, dass die Hycom Aktie zu Jahresbeginn bei 4,94 EUR gestartet ist und zu Jahresende mit 7,40 dotierte. Der Zuwachs (indexiert) kann damit auf +50% auf der rechten Aktie abgelesen werden. Die anderen Aktien (die Vergleichsindexe DAX und ATX) können nur in Bezug auf die die indexierte Entwicklung interpretiert werden. Es kann damit abgelesen werden, dass der Vergleichsindex DAX mit +20% sowie der ATX mit +30% hinter der Performance der Unternehmensaktie zurückliegt.

 

Für ein schnelles Ablesen der Aktienentwicklung ist diese Darstellungsform schlecht geeignet. Es werden sehr viele Informationen auf einmal geliefert, mit der Konsequenz einer Überforderung des Berichtslesers. Die Feststellung, welche Zitterkurve zu welcher Achse gehört, ist für einen ungeübten Leser sehr schwierig.