Auswahl des passenden Visualisierungstyps

 

Welche Darstellungsform ausgewählt werden soll ist situations- und empfängergruppenabhängig. Das Diagramm bzw. die Tabelle muss die zentrale Botschaft in den Mittelpunkt rücken und gleichzeitig die Gegebenheiten des Unternehmens berücksichtigen. Dabei ist vor allem wesentlich, welche Daten in welcher Menge visualisiert werden sollen.

 

Personenabhängig bedeutet in diesem Zusammenhang, dass vor allem die Auswahl des passenden Visualisierungstyps vom Empfängerkreis abhängig ist. Nur weilt ein Diagramm alle Informationen beinhaltet und laut Ersteller perfekt passt, lässt dies keinen Rückschluss darauf zu, ob der Empfänger alle relevanten Information aus dem Diagramm extrahieren kann. Das hängt nämlich vor allem mit dem Kontext (kultureller Hintergrund, Personentyp, etc.) und dem Erfahrungsstand des Berichtslesers zusammen.

 

Eine Grundregel, welcher man folgen kann, stellt die Frage, ob ein Diagramm oder eine Tabelle verwendet werden sollte in den Vordergrund. Je nach Art der Daten (Struktur, Menge) und Zweck des Berichtes (Was soll vermittelt werden?) sind Tabellen oder Diagramme besser geeignet, Informationen effektiv und effizient zu übermitteln. Sollen sehr viele und vor allem präzise Werte übermittelt werden, ist die Darstellungsform Tabelle gegenüber der Darstellungsform Diagramm im Vorteil. Viele Zahleninformationen können zum Nachlesen mit einem relativ geringen Platzbedarf dargestellt werden. Diagramme hingegen sollen Vergleiche unterstützen, dabei helfen, sich einen Überblick zu verschaffen und die Komplexität zu reduzieren. Sie sind deshalb besser geeignet um Überblicksinformationen, Entwicklungen, Einschätzungen oder Trends zu vermitteln. Diese und besonders wichtige Informationen sollten in Diagrammform dargestellt werden, da diese die Aufmerksamkeit auf sich lenken und zudem besser in Erinnerung bleiben als Tabellen und deren Zahlenwerte. Vor allem im Zusammenhang mit sehr großen Datenmengen (Big Data) gewinnt die visuelle Darstellung durch Diagramme zunehmend an Bedeutung.


Die Abbildung soll diesen Zusammenhang kurz veranschaulichen. Während es relativ einfach ist in der Tabelle konkrete Werte für die angegebenen X-Werte zu identifizieren, ist diese Aufgabe in der grafischen Aufbereitung eher schwieriger. Und umgekehrt ist der Trend, in diesem Fall der kurvenförmige Verlauf, im Diagramm sehr schnell zu erfassen, während dieser aus der tabellarischen Darstellungsweise eher schwer zu erkennen ist.

Diese Grundregel gilt allerdings nicht allumfassend, denn es gibt Unterschiede in der Eignung von Tabellen und Diagrammen, welche nicht auf die Aufgabenstellung zurückzuführen sind. Durch die Art des Unternehmens (z.B. Geschäftsmodell, Prozesse, Hierarchien, Branchen) und die Unternehmenskultur wird die Datenstruktur vorgegeben. Die sich dadurch ergebende Anzahl sowie Verschiedenheit der Daten hat einen Einfluss auf die geeignete Darstellungsform. Zusätzlich spielen Faktoren wie Erfahrung, Herkunft (Kultur) und persönliche Eigenschaften (Arbeitsspeicher, Motivation, bevorzugte Methoden zur Entscheidungsfindung, Persönlichkeitstyp) der Berichtsempfänger beim Lesen und Verstehen von Visualisierungen eine bedeutende Rolle. Aus diesem Grund sollen Berichte bzw. die gewählten Visualisierungstypen an den konkreten Anwendungszweck im Unternehmen und die Spezifika der Zielgruppe angepasst werden.

visuelle Darstellung durch Diagramme

visuelle Darstellung durch Diagramme

Hierzu ist beispielweise anzumerken, dass

 

Neben der Frage nach dem Visualisierungstyp Diagramm oder Tabelle gilt es auch noch zu entscheiden, welches Diagramm (Balken oder Torten, gestapelte Säulen oder Linien, Wasserfall horizontal oder vertikal, neue Visualisierungen wie Treemaps oder Sankeys) herangezogen werden soll. Jedes Diagramm dient dem Zweck einer bestimmten Informationsübermittlung. Je nach Kernaussage bzw. Botschaft, ist ein Diagrammtyp besser dazu geeignet diese zu übermitteln als ein anderer. Entsprechend der Theorie des Cognitive Fit soll das Diagramm am Bildschirm mit jenem Diagramm übereinstimmen, das der Entscheidungsträger mit der jeweiligen Aufgabenstellung verbindet. Die Herausforderung liegt darin, das von den Entscheidungsträgern generierte bestmögliche Diagramm zu identifizieren.

 

Einige Grundregeln für die Eignung unterschiedlicher Visualisierungsmöglichkeiten werden im Abschnitt "Visualisierungstypen im Vergleich" erläutert. Anzumerken ist hier wiederum, dass die präsentierten Grundregeln für unterschiedliche Personen und je nach Daten zu adaptieren sind, aber gute Tendenzen liefern.