Berichtswesen

Im Geschäftsalltag eines Unternehmens entstehen zahlreiche Informationen unterschiedlichster Art. Diese Informationen müssen für verschiedene Berichtsempfänger aufbereitet werden, welche diese für eine optimale Entscheidungsfindung im Unternehmen benötigen. Klassisch wird unter dem Begriff Reporting bzw. Berichtswesen das System der Informationsversorgung in einem Unternehmen subsumiert (Gleich et al., 2008). Berichte sind damit die Schnittstelle zwischen Informationsbereitstellung und Nutzung der Informationen durch die Empfänger. Oberstes Ziel bei der Erstellung von Berichten ist es, Berichtsempfängern die wesentlichen und entscheidungsrelevanten Informationen zur Steuerung und Kontrolle des Unternehmens möglichst rasch ohne längere Einarbeitungszeiten zur Verfügung zu stellen (Eisl et al., 2008).

Grundsätzlich umfasst das Reporting die folgenden fünf wesentlichen Ziele (Küpper, 2008; Weber et al., 2008; Waniczek, 2009):

 

Je nach Berichtsempfänger wird zwischen internem und externem Reporting unterschieden. Je nach Regelmäßigkeit der Erstellung von Berichten unterscheidet man zwischen Standardberichten und Ad-hoc-Berichten.


Internes Berichtswesen

Wesentliches Instrument des Standardberichtswesens im internen Reporting ist der Monatsbericht. Standard bedeutet dabei, dass zu regelmäßigen Zeitpunkten sowie zu einmal festgelegten Inhalten Information an die Berichtsempfänger übermittelt werden. Ad-hoc-Berichte werden als Reaktion auf einmalige Anforderungen von Entscheidungsträgern zur Aufbereitung von Daten eingesetzt. Sonderberichte sind dann zusätzlich erforderlich, wenn zu bestimmten temporären Schwerpunkten im Unternehmen Informationen gefordert werden. Mithilfe von Ad-hoc-Berichten werden einmalige Fragestellungen der Führungskräfte durch individuelle Reports beantwortet.

 

In Zeiten hoher Volatilität im täglichen wirtschaftlichen Umfeld ist auch das Berichtswesen gefordert. Dem Berichtsempfänger muss es möglich sein, die für seine Entscheidung wesentlichen von den unwesentlichen Informationen zu trennen. Das Berichtswesen muss die Identifizierung von kritischen Bereichen ermöglichen. Besonders durch Standardisierung und Automatisierung können sowohl Kosten der Berichtserstellung optimiert als auch die Informationstransparenz erhöht werden. Ohne transparente Information und klare Aufbereitung der Berichte ist es für Führungskräfte schwierig, angemessene Entscheidungen zu treffen.

Externes Berichtswesen

Auch das externe Berichtswesen unterscheidet Standard- und Ad-hoc Berichte. Unterschiede ergeben sich durch einen geänderten Empfängerkreis: das externes Berichtswesen umfasst die Kommunikation mit relevanten (auch externen) Stakeholdern. In diesem Bereich sind Geschäftsberichte das wesentliche Standard-Instrument der Unternehmenskommunikation. Der Geschäftsbericht dient den jeweiligen Anspruchsgruppen als Grundlage für ihre Entscheidungen bzw. für die Unternehmensbeurteilung. Die unterschiedlichen Zielgruppen des Geschäftsberichts müssen vor seiner Erstellung definiert und ideal bedient werden, beispielsweise durch zielgruppenorientierten Aufbau und Strukturierung des Berichts.

 

Inhalt eines Geschäftsberichts eines börsennotierten Unternehmens ist der verpflichtende Jahresfinanzbericht sowie eine freiwillige allgemeine Unternehmensdarstellung. Der Jahresfinanzbericht besteht aus Jahres- bzw. Konzernabschluss, Lagebericht und Corporate Governance Bericht. Prüfungspflichtig ist grundsätzlich nur der Jahres- bzw. Konzernabschluss und der Lagebericht, welcher hinsichtlich seines Einklanges mit dem Jahres- bzw. Konzernabschluss zu prüfen ist. Der Abschnitt der allgemeinen Unternehmensdarstellung ist frei gestaltbar und wird vom Wirtschaftsprüfer keiner Prüfung unterzogen.

 

Eine zentrale Plattform zur Kommunikation von entscheidungsrelevanten Informationen an die Financial Community ist die Investor-Relations-Homepage, auf der Geschäfts- und Finanzberichte, Investorenpräsentationen, Fact Sheets, Ad-hoc-Mitteilungen, etc. veröffentlicht werden.